Wohn-Riester – Warum sollte ich Wohn-Riester in Anspruch nehmen oder lieber nicht?!

 

Oft beworbene Vorteile:

  • Der Staat unterstützt Erwerb von Wohneigentum

Diese Förderung kann beispielsweise kinderreichen Familien helfen, die entweder sehr viel Miete zahlen müssen oder überhaupt Probleme haben, ein geeignetes Dach über dem Kopf zu finden. Aber auch jedem anderen Förderberechtigten unterstützt die Förderung beim Wohnimmobilienerwerb.

 

  • Bestehende Riester-Verträge können genutzt werden

Bereits vorhandenes Kapital in einem Riester-Vertrag kann für Kauf, Bau oder Entschuldung einer selbstbewohnten Immobilie verwendet werden. Durch die Erhöhung des Eigenkapitals müssen weniger Darlehenszinsen gezahlt werden.

 

  • Günstige Zinsen garantiert

Durch die auf 2 % begrenzte Verzinsung wächst der später zu versteuernde Betrag auf dem Wohnförderkonto nur langsam an und bleibt voraussichtlich unter dem realen Wertzuwachs der Immobilie.

 

  • Inzwischen gibt es auch spezielle Wohn-Riester-Produkte auf dem Markt

Meist in Form eines Wohn Riester Bausparvertrages

 

 

Die Nachteile von Wohnriester (gern auch mal nicht erwähnt):

 

  • Es gelten auch hier die Beschränkungen der Riester-Rente

Nur bestimmte förderberechtigte Personen sind Wohn-Riester berechtigt, die Höchstgrenze der Förderung liegt bei 2.100 Euro im Jahr, Lebensgefährten sind Ehepartnern rechtlich nicht gleichgestellt.

 

  • Nicht jede selbstgenutzt Immobilie wird gefördert

Beispielsweise nur ein Hauptwohnsitz, der nach dem 31.12.2007 gekauft wurde. Außerdem wird zwar Bau oder Kauf gefördert, nicht aber Renovierung einer bestehenden Immobilie.

 

  • Die Immobilie muss bis zum 85. Lebensjahr selbst bewohnt werden

Es ist beispielsweise nicht möglich, dass ein 80-Jähriger in die Nähe seiner Kinder zieht und seine Wohnung oder Haus verkauft oder zur Aufbesserung seiner Alterseinkünfte vermietet.

 

  • Besteuerung im Rentenalter

Bei dieser Riester-Variante bekommt der Förderberechtigte nicht nur keine zusätzliche Rente im Alter, sondern er muss sogar noch Steuern auf ein fiktives Einkommen zahlen!

 

  • Unter Umständen muss die gesamte Förderung zurück gezahlt werden

Bei förderschädlichem Verhalten muss der Riester-Sparer alle Zulagen und eventuell eine zusätzliche Steuerersparnis zurückerstatten und zwar auf einen Schlag. Das heißt in der Regel, dass die Immobilie verkauft werden muss, um die Steuerschuld zu begleichen. Das Problem: Auch Ereignisse, die der Riester-Sparer nicht direkt beeinflussen kann, stuft der Gesetzgeber als förderschädlich ein

 

Fazit:

Meine persönliche Meinung ist, Wohn-Riester sollte nur sehr wohl überlegt genutzt werden. Im Zweifel eher nicht!

Denn wer kann schon sagen wo es ihn beruflich und privat hin verschlägt?!

Und wer weiß denn, ob er bis 85 Jahre überhaupt dort wohnen bleiben kann?!

Ich kenne bisher keine Familie in der alle Personen bis 85 Jahre in Ihrem Haus oder Wohnung bleiben. Persönlich würde ich das Risiko vorzeitig auszuziehen in die Nähe der Kinder oder auf Grund von Pflegebedürftigkeit als über 50% einschätzen auf Grund meiner gemachten Erfahrungen.

Eine Rückzahlung von Zulagen und Steuern kann wie ich aus aktuellen Fällen weiß schon nach 5 oder 7 Jahren 10.000 Euro bzw. 15.000 Euro betragen!!!

Wer hat das Geld denn mal eben?!

Und in der Rentenphase muss man Steuern auf ein fiktives Einkommen zahlen! Daher sollte bei Nutzung am besten gleich eine Rentenversicherung zusätzlich abgeschlossen werden um diese Steuern aus Riester zu bezahlen.